Satsuki Azaleen


Informationen über Rhododendron indicum (Satsuki Azalee)

Rhododendron indicum in voller Sonne
Herkunft

Die Satsuki Azalee ist eine Form, die in Süd Japan beheimatet ist und seit Jahren kultiviert und vermehrt wird.
Ursprünglich sind diese Azaleen aus kühlen, feuchten Berghängen in dieses Klima umgesiedelt worden, haben aber niemals ihre ursprünglichen Bedürfnisse aufgegeben. Es sind Freiland Pflanzen, die nicht im Zimmer gehalten werden können.
Nachfolgen einige wichtige Informationen, die für die Pflege und Gestaltung erforderlich sind.

Rhododendron indicum MANSAKU Standort:

Im Sommer im Freien sehr hell, vor austrocknenden Winden und vor praller Sonne schützen, (volle Sonne ist auch möglich, dann allerdings täglich mehrmals gießen), über die Mittagszeit 11 Uhr bis ca. 15 Uhr im Halbschatten. Es ist eine Tatsache, daß Satsuki-Azaleen, die lange im Halbschatten oder Schatten gestanden haben, mit der Blühwilligkeit stark nachgelassen haben. Für uns bedeutet dies, wir müssen versuchen die Pflanzen so hell und auch so sonnig wie möglich zu stellen.
Meine Erfahrungen bestätigen dies, was aber auch gleichzeitig bedeutet, daß gegossen werden muß bis zum abwinken.
Blüte Während der Blüte vor Nässe von oben schützen, da sonst die Blütenpracht innerhalb einiger Tage vorbei ist, normal dauert die Blüte bis zu 6 Wochen, Beginn je nach Standort ab ca. Ende April bis Mitte Mai. Aus dieser Tatsache abgeleitet, halte ich die Bonsai Azaleen währen der Blüte in einem Gewächshaus, habe wochenlang Freude an der Blüte und stelle sie bei Abklingen der Blüte ins Freie und zwar in die volle Sonne.
Dürre Blätter vor dem Zupfen Im Winter im Kalthaus unterbringen, gut gelüftet wegen Schimmelbildung aufgrund der dichten Blattmasse, wobei nach eigenen Erfahrungen durchaus Temperaturen von minus 8 Grad Celsius vertragen werden, wenn der Wurzelballen nur noch leicht feucht ist. Ein Versuch im Freien ergab, daß bei minus 18 Grad Celsius der Bonsai (ohne Schale eingesenkt im Komposthaufen) im Frühjahr ausgetrieben und geblüht hat wie noch nie!

(Links beginnende Verfärbung der alten Blätter, die abgezupft werden müssen.)
 
Es ist durchaus normal, daß die Bonsai-Azaleen in kalten Wintern fast alles Laub verlieren und nur noch ein Teil der Blätter, aber alle Knospen stehen bleiben. Diese Knospen sind unbedingt zu erhalten, da sie die "Starter" im Frühjahr für die Azalee sind.
Es ist sehr wichtig die dürren Blätter zu entfernen und so einem Schimmelbefall vorzubeugen, spritzen mit einem Fungizid hilft hier fast gar nichts!

Knospen ohne dürre Blätter nach deren Entfernung Pflanzsubstrat:

Das bei uns erhältliche Planzsubstrat für Rhododendren ist für Bonsai absolut ungeeignet. Der überwiegende Torfanteil ist bei ausgetrocknetem Ballen nur sehr schwer wieder feucht zu bekommen.

(Rechts Azalee nach abzupfen der dürren Blätter)

Als bestes Pflanzsubstrat hat sich das japanische Azaleengranulat "Kanuma" bewährt (im Bonsai Fachhandel erhältlich).
Bei einem ph- Wert von 6,2 ist es gerade noch sauer genug für die Obergrenze der Rhododendren mit einem ph Wert von 3,5 bis 5,8
optimal wäre ein ph Wert von 4,5 bis 5,0 aber es werden sogar Werte bis ph 6,5 akzeptiert!

Gesundes und kräftiges Laub Wässern

Als eines der größten Probleme hat sich das richtige Wässern herausgestellt. Es ist unbedingt darauf zu achten, daß kein kalkhaltiges Wasser zum Einsatz kommt. Sauberes, saures Regenwasser hat sich aufgrund meiner langjährigen Kultivierung von Satsuki Azaleen als das Beste herausgestellt.

(Linkes Bild zeigt gesundes Laub mit kräftigen Blättern von sehr grüner Farbe.)

Die Verwendung von mittelhartem Leitungswasser (13 Grad deutscher Härte) hat bereits nach einem halben Jahr sehr negative Ergebnisse gezeigt, schlechter Wuchs, verkümmern der Blätter, Gelbfärbung usw..
Es ist also erforderlich das Gießwasser entsprechen aufzubereiten (in einschlägiger Literatur zu finden) am einfachsten ( bei einigen Bonsai) mit einem Brita Filter, erhältlich in jedem Gartencenter, das Gießwasser enthärten .
Die zu verabreichende Wassermenge ist von der Jahreszeit abhängig.

Frühjahr / Sommer

Wassergaben langsam entsprechen der Außentemperatur und der Wasseraufnahme, erkennbar auch am Gewicht der Bonsai-Azalee, steigern. Ab dem Beginn der Blüte wesentlich mehr Wasser geben, bei voller Blüte mehrmals am Tag, an heißen Tagen sogar täglich einmal tauchen.

Sommer/Herbst

Nach dem Verblühen die Wassergaben etwas reduzieren, im Herbst, ab September, mit dem Wasser etwas geizen aber niemals ganz austrocknen lassen, damit die Blütenbildung verstärkt angeregt und die Frostresistez erhöht wird

Winter

Nach dem Einwintern die Wassergaben stark reduzieren, also mäßig feucht halten, aber den Bonsai nicht vertrocknen lassen, regelmäßig auf dürre Blätter (sofort abzupfen) und Schimmelbefall kontrollieren.

Umgetopfte und und kräftig blühende Azalee Kagamijishi
Eintopfen/ Umtopfen

Frisch importierte Satzuki-Azaleen sind gemäß der Pflanzenschutzbestimmungen schon sehr lange in dem selben Topf und müssen bei uns umgetopft werden.
Die beste Zeit ist entgegen vieler Meinungen sogar im Frühjahr vor der Blüte, dann allerdings unbedingt frostfrei halten (es geht selbstverständlich auch nach der Blüte, wobei hier zu beachten ist, daß das Umtopfen schon in den Juni gehen kann, das heißt es ist bei uns oft sehr heiß und sehr trocken was nicht der Natur der Satsuki Azalee entspricht!!)
Dabei nehme ich ungefähr ein Drittel von der Wurzel , reiße den Wurzelballen mit einer Wurzelkralle rundum auf und schneide diese Wurzelbärte leicht zurück.
Eingetopft wird in pures Kanuma, so wie die Körnung vorhanden ist, ein Sieben erspare ich mir, weil bei einem anschließenden kräftigen Gießen mit einer Superthrive Lösung ohnehin die staubigen Bestandteile ausgewaschen werden, achten Sie einmal darauf!
Als anschließend aufzubringende Deckerde verwende ich humose Bonsai-Erde, mit einem mittleren Sieb (ca. 3 mm ) ausgesiebt das mit einem ebenfalls ausgesiebten Akadama 1:1 gemischt wird. Dies hat den Vorteil, daß sich eine schnell vernetzende Oberfläche bildet und zum andern die gelbe Farbe des Kanuma nicht mehr zu sehen ist.
Mit dem verwendeten Substrat ist ein erneutes Umtopfen meist erst nach drei bis fünf Jahren erforderlich, die sehr oft vorzufindende Meinung, man müsse alle ein bis zwei Jahre umtopfen, ist vermutlich irgendwo abgeschrieben worden und ist bis heute ein weitverbreiteter Irrtum.
Die Azalee ist nämlich erst nach zwei Jahren so eingewurzelt, daß sich der Wurzelballen so fest um das Pflanzsubstrat klammert, daß ein Herausnehmen, ohne ein Krümel Kanuma zu verlieren, möglich ist.
Der weitere Grund ist, daß die Azaleen gegen Druck wachsen sollen, um die Blühwilligkeit zu erhöhen.

Düngen

Das Düngen beginnt erst nach der abgeschlossenen Blüte. Ich verwende dabei einen Langzeit-Gartendünger für Rhododendren in Pulverform, (es muß auf dem Paket nicht unbedingt BONSAI-DÜNGER stehen).
Dieser Dünger wird einmal auf die Erdoberfläche gestreut und durch vorsichtiges Gießen leicht eingewaschen (hält auch das Tauchen aus ohne abgewaschen zu werden!).
Das Düngen mit Bio Gold ist zwar etwas kostspieliger, aber zu empfehlen, die Erfolge sind deutlich zu erkennen.
Zusätzlich gebe ich bei Bedarf "Rhodovital", das sich auch hervorragen zur Stärkung und Vitalisierung eignet. Außerdem senkt dieses Rhodovital den ph Wert um einen Zähler ab!
Ein Tip: nach dem Umtopfen hat sich eine Blattdüngung mit z.b. Top Dressing GK 365, Wuxal... als sehr hilfreich erwiesen ( auch bei Stecklingen hervorragend geeignet!


zu dichte Verzweigung Gestaltung

Die Rhododendren sind entgegen landläufiger Meinung extrem schnittverträglich, was bei der Bonsai Gestaltung sehr von Vorteil ist. Bei einem Rückschnitt muß man nicht darauf achten, wo geschnitten werden darf (man kann ohne weiteres bis in das alte Holz zurückschneiden).
Auf dem rechten Bild ist zu sehen, daß eine sehr dichte Verzweigung vorhanden ist. Diese ist bereits so dicht, daß zurückgeschnitten werden muß.
Es ist festzustellen, daß nicht an den Nodien neue Triebe kommen, sondern zwischen den Nodien, an allen möglichen und unmöglichen Stellen. Diese Neuaustriebe sind von Anfang an durch auszupfen auf die erforderlichen zu reduzieren und im krautigen Zustand durch vorsichtiges Drahten in die gewünschte Form zu bringen. Durch wiederholtes Zurückschneiden bis Ende Juli kann an neu aufgebauten Zweigen bereits nach zwei Jahren wieder mit der Blüte gerechnet werden.

Schädlinge

Die Bonsai Azaleen werden manchmal von Blattläusen, Trips , weiße Fliege oder Minier-Motten befallen. Hier hilft nur rechtzeitiges Eingreifen mit chemischen Mitteln (ich bin auch gegen die chemische Keule, aber Chemie sinnvoll und gezielt eingesetzt, ist besser als durch nicht wirkende biologische Mittel den Bonsai zu verlieren). Der Fachhandel bietet die entsprechenden Präparate an. Als vorbeugende Maßnahme hat sich das Aufhängen von Gelbtafeln (Leimtafeln) bewährt.

Schlußbetrachtung:

Diese oben genannten Themen lassen den Verdacht aufkommen, daß Satsuki Azaleen sehr schwierig in der Haltung sind. Dieser Eindruck ist nicht richtig, wenn man diese oben beschriebenen Empfehlungen beachtet. Ich habe jetzt seit über zehn Jahren solche Azaleen in Kultur, habe auch einiges an Lehrgeld bezahlen müssen, aber seit ca. 6 Jahren keinerlei Probleme mehr. Die Vielfalt der Satsuki Azaleen (weit über 1000 Sorten und Arten) ist eigentlich für sich allein schon ein nicht mehr überschaubares Sammelgebiet. Wer Freude an Blüten und an gut zu gestaltenden Bonsai hat, der ist bei diesen Satsuki-Azaleen gut beraten.
Wenn Sie dennoch Probleme haben, fragen Sie den Bonsai Fachmann! Er wird Ihnen sicher weiterhelfen.

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